Kooperieren Google und Apple?

googleapple.jpgApple und Google: Zwei Unternehmen, die mehr verbindet als nur ein steiler Aufstieg in der Börsenlandschaft der letzten Jahre. „Wir haben einen gemeinsamen Konkurrenten“, erklärte Google-Geschäftsführer Eric Schmidt vor einiger Zeit – ein Fingerzeig in Richtung Microsoft. Diese Gemeinsamkeit hat die beiden Firmen schon bislang eng verbunden: Von einer Google-Suchbox im Apple-Browser Safari über Google-Karten im iPhone bis hin zu YouTube-Inhalten auf dem AppleTV (Google hatte YouTube Ende 2006 für 1,65 Milliarden US-Dollar übernommen).

Nach im Vorfeld der diesjährigen WWDC verbreiteter Meinung könnte die Kooperation zwischen Google und Apple eine neue Ebene erreichen: „Im Moment halte ich die Abhängigkeit von Microsoft Office für die größte Schwäche der Macintosh-Plattform“, bemerkt Computerworld-Autor Seth Weintraub und fährt fort: „Die Anwender, die 100 US-Dollar pro Jahr für .Mac bezahlen, könnten eine Premium-Version der Google-Programme […] bekommen. […] Google braucht eine Präsentationslösung und Apple eine Tabellenkalkulation. Jeder von beiden hat, was der andere braucht.“


Der US-amerikanische Mac-Nachrichtendienst MacNN bläst ins gleiche Horn: „Apple kennt sich mit dem Benutzerinterface aus und weiß, wie man komfortable und verständliche Interaktionen ermöglicht. Google hat enorme weltweit Rechenkapazitäten, die Geschwindigkeit und die Anwenderschaft, die wirklich von einem ‚Apple-Touch‘ typischer Interaktions-Zauberei profitieren könnte.“ Das Bild ist das gleiche: Integration von Google-Software ins .Mac-Paket, um ein komplettes Office-Paket für jeden Mac-Anwender zu schaffen, der die jährliche Gebühr zu zahlen bereit ist.

Doch obgleich Apple-Geschäftsführer Steve Jobs in einer Hauptversammlung kürzlich zugegeben hatte, dass .Mac noch nicht sein volles Potential erreicht hätte und man weiter daran arbeite, erscheint ein solcher Schritt aus Sicht der Redaktion unwahrscheinlich: Viel Geld ist bislang in die Entwicklung der iWork-Programme geflossen, die schon heute in Sachen Präsentation das Microsoft-Pendant PowerPoint nicht fürchten müssen und bezüglich Textverarbeitung zwar nicht gleich auf mit Microsoft Word, aber für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen gut geeignet sind.

Eine Google-Apple-Partnerschaft in diesem Sektor brächte gleich zwei Schwierigkeiten mit sich: Zum einen müsste das Problem gelöst werden, dass die Google-Onlineprogramme nur funktionieren, wenn eine Internetverbindung besteht. Dies wäre zweifelsohne technisch machbar, würde dann jedoch den Vorteil der leichten Integration von Neuerungen aushebeln, soweit nicht komplizierte Updatemechanismen eingebaut würden.

Zum anderen würde sich Apple damit von der Abhängigkeit gegenüber Microsoft in eine zusätzliche gegenüber Google begeben. Ziel des Unternehmens ist es jedoch gerade, sich so gut wie möglich auf eigene Beine zu stellen: Nichts anderes ist der Zweck des iWork-Programmpaketes, das mit Word- und PowerPoint-Importfunktionen den Kauf von Microsoft Office für die meisten Anwender überflüssig machen soll.

Auch wenn also am Montag Apple-Geschäftsführer Jobs während der Präsentation auf das Google-Thema eingehen sollte, so wird es nicht den Bereich der Office-Programme betreffen. Vielmehr steht zu erwarten, dass eine neue iWork-Version mit weiter gehenden Tabellenkalkulationsfunktionen vorgestellt wird; mit der Verfügbarkeit rechnen wir nicht vor Verkaufsstart von Mac OS X 10.5 Leopard.

Quelle: www.maclife.de

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Tom

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